Deutscher Tierschutzbund

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Wie Sam in unser Tierheim kam

Im August 2016 erreichte uns ein Notruf einer Hunde-Akademie ob wir einen Hund aus einem anderen Tierheim übernehmen können. Der Hund saß dort bereits seit März 2013 ohne Aussicht auf Veränderung oder Chance auf Vermittlung.

Zu dieser Zeit war unser Hundehaus voll besetzt und eine Entlastung war nicht in Sicht. Zusätzlich mussten wir immer wieder Notfälle aus den umliegenden Gemeinden aufnehmen. Sei es durch eine plötzliche Erkrankung eines Hundehalters, ein Beißvorfall wo der Hund zu seinem Schutz direkt eingezogen werden musste („Letzter“ ein Boerboel und „Rudi“ ein Cattle-Jack Russel Mischling) oder ein ausgesetzter Hund wie Eva. Der Sommer hatte es in sich und so mussten wir die Betreuer aus diesem Tierheim immer wieder um Geduld bitten.

Wer regelmäßig zu uns kommt weiß sicher, dass wir immer wieder Tiere aus anderen Tierheimen übernehmen. Die Tierhelfer besitzen den Vorteil ein kleines Tierheim mit einem guten Team und hoch motivierten Helfern zu haben. Dadurch können wir auf jedes einzelne Tier sehr individuell eingehen und entsprechend seiner Bedürfnisse handeln. So konnten wir 2016 u. a. auch Jason (Dogo Argentino), Arielle (Cane Corso), Levi, Dingo und Luis die Möglichkeit bieten sich bei uns zu entspannen und den gewünschten Umgang mit Mensch und Hund zu lernen.

Am 26.12.2016 war es dann soweit. Sam, ein dreifarbiger Mischling kam mit seinen Gassigängern zu uns. Nach dem wir ihn getestet hatten war uns klar, dass wir hier Bedenkzeit brauchen um sicher zu sein, dass die Tierhelfer diesem Hund helfen können. Mit Geduld unserem Hunderudel und einer erfahrenen Hundetrainerin haben wir dann immer mehr Möglichkeiten für Sam gefunden. Langsam konnten wir sehen, dass auch er sich entspannt und sich sein Verhalten ändert. Nach langen sieben Wochen haben wir uns dann dafür entschieden Sam zu übernehmen.

Es ist mit Sicherheit noch ein gutes Stück Weg um aus Sam einen gut händelbaren Hund zu machen. Hier werden wir immer wieder an Grenzen stoßen und gemeinsam überwinden.

Eine befreundete Tierschützerin und die zweite Vorsitzende des Landestierschutzverbandes, Ute Heberer sagte: "Der überwiegende Teil der Hunde, der abgegeben wird, ist schwierig". "Nur ganz wenige Hunde sind unproblematisch.“ Die Tierheime haben häufiger mit Hunden zu tun, die Probleme machen und auch beißen. "

Dies beobachten wir leider auch in Ingelheim. Oftmals haben wir in den vergangenen Jahren ehrenamtlich unsere Hilfe im Umgang mit diesen auffälligen Hunden angeboten und geleistet. Die, die zu uns kamen haben oft neue Wege gefunden ihren Hund artgerechter zu führen und mit seinen speziellen Bedürfnissen besser umzugehen. Denn Hunde brauchen nicht nur Schmuseeinheiten, sie brauchen auch ein stabiles Rudel und eine klare Führung.

Die Konsequenz die wir durch dieses Vorgehen haben ist unter anderem dass wir immer mehr Plätze an auffälligen Hund vergeben müssen. Mehr Zeit in der Pflege und im Training brauchen. Weniger Hunde vermitteln können und immer mehr Kosten haben. Gleichzeitig sehen wir aber auch den riesen Bedarf und die Not in diesem Bereich.

Wer uns hier tatkräftig oder mit Spenden unterstützen möchte ist herzlich willkommen.

Gerne können Sie auch eine Patenschaft für unser Projekt „Jede Pfote zählt“ übernehmen.

Hier finden Sie unser Antragsformular.